

Hast du jemals eine solche Kälte erlebt, die dir sofort die Tränen in die Augen treibt?
Diese Kälte, bei der die Tränen an deinen Wimpern festfrieren – unten und oben – sodass du kaum die Augen offenhalten kannst?
Ich kenne diese klirrende Kälte. Sie ist die Art von Kälte, die in Sekunden durch jede Zelle dringt, deine Knochen erstarren lässt und selbst im Atem sitzt.
Ich kenne sie.
Und ja – ich liebe sie. ❄️
Grün-blaue Gipfel am Horizont, die weißen Mützen, jeden Tag strahlend blauer Himmel, alles eingehüllt in eine schneeweiße Decke.
Ja, es ist kalt. Aber es ist unendlich schön.
So fühlt es sich an, wenn man in den Bergen aufwächst.

Ich kenne auch den Winter unter riesigen karibischen Palmen, am schneeweißen Strand, mit Blick auf kristallklares, himmelblaues Wasser.
Die schnellen, heftigen – aber warmen – Regentropfen, die plötzlich auftauchen und sofort von der Sonne wieder getrocknet werden.
Kleine Inseln, bei denen man jede Sekunde denkt: Wow… so wunderschön.

Kalte, feuchte Luft.
Ein ewig grauer Himmel – monatelang.
Tage, an denen kein einziger Sonnenstrahl die Erde berührt.
Der Blick schweift verzweifelt durch die Gegend… und findet kaum etwas Erfreuliches.
Es regnet. Tagelang.
Gefühlt von Oktober bis April.
Unser süddeutscher Winter.

Vielleicht ist es auch einfach nur die stressige Vorweihnachtszeit:
• mehr Arbeit
• Plätzchenbacken für Schule und Vereine
• Dekorieren
• Adventskalender-Geschenke
• Schulwichteln
• Familienbesuche planen
• Weihnachtsgeschenke besorgen
• … und vielleicht ein kleines bisschen Winter-Depression
Vor Weihnachten ist es eben stressig. Das weiß jede Mutter.
Und Weihnachten kommt – wie immer – völlig überraschend.
Jedes Jahr. Oder?
Ich bin eine „erfahrene“ Mutter.
Eine, die das alles kennt und jahrelang organisiert hat.
Eine, die weiß, dass man nicht alles mitmachen kann.
Manchmal backt man Plätzchen – und manchmal kauft man sie für die Schule.
Manchmal gibt es ein entspanntes Ein-Gänge-Menü – statt erschöpft drei Gänge zu zaubern.
Manchmal reicht ein einziges Geschenk – statt zehn, die sowieso niemand wertschätzt.
Bewusst wählen.
Das weißt du auch.
Und ich bin eine, die sich sehr bewusst stabilisieren kann.
Ich weiß genau, wie ich entspannt durch den Tag komme.
Und trotzdem…
Mich hat sie erwischt:
Die vorweihnachtliche Müdigkeit. Diese kleine Traurigkeit.

Da sagte meine Nachbarin zu mir:
„Du musst es dir gemütlicher machen. Häng dir Lichterketten an die Fenster.“
Ich musste innerlich lachen.
Ja… die Einheimischen wissen, wie es geht. 😄
Gerade in der Vorweihnachtszeit sollen wir es uns gemütlich machen –
nicht nur äußerlich, sondern auch innerlich.
Die graue Umgebung ein bisschen „stylen“:
• Lichterketten
• grüne Zweige
• warme Farben
Dem Auge etwas geben, das dem Gehirn sagt:
Es ist schön. Bleib hier.

Und dem Körper etwas geben, das ihm sagt:
Ich kümmere mich um dich. Wir schaffen das zusammen.
Warme Socken mit süßen Motiven.
Eine flauschige Wärmflasche.
Kerzen, die die Sonne ersetzen.
Eine heiße Badewanne mit angenehmen Düften.
Momente zum Fühlen, zum Wahrnehmen, zum langsamen Leben.
Und ja – Plätzchen essen.

Und auf den Weihnachtsmarkt gehen, zwischen unseren wunderschönen Fachwerkhäusern (ja, auch Süddeutschland ist schön!).

Und genau darin liegt das Geheimnis:
Die einzige Art, dem Weihnachtsstress zu entkommen,
ist mitzumachen – aber bewusst.
Nicht „wie immer“.
Sondern mit vollem Herzen.
Mit Liebe.
Mit Selbstliebe.
Und trotzdem mit Verstand.
Denn ja – es gibt vieles, das gemacht werden muss.
Aber wir entscheiden, wie…

Deine Anna