Jeder hat so seine Krisen – ich auch. Es ist ja nicht so, dass ich einen Blog über ein glückliches Leben schreibe und immer gut drauf bin. Es passiert mir nichts Schlimmes. Ich habe keine Krisen.
Zum Beispiel heute: Ich war mit meiner Klasse beim Eislaufen. Es war insgesamt toll, aber nicht gerade einfach.
Wir haben für eine Strecke von vierundzwanzig Kilometern anderthalb Stunden gebraucht – in die eine Richtung. Wegen des Busstreiks ist unser Bus nicht gefahren, also mussten wir auch noch zwanzig Minuten zu der Kunsteishalle laufen. Zum Glück hat keiner von den Schülern gemotzt.😃
Nachdem wir schon endlich angekommen waren, bekam ich einen Anruf von der Schule meines Sohnes, dass ich ihn abholen muss, weil er krank ist. Ich war ja aber in dem Moment ganz woanders – nicht gerade in der Nähe und hatte mit anderen fünfundzwanzig Menschen genug zu tun.
In dem Moment dachte ich kurz: „So ein Sch…, ich dachte, die blöde Phase mit den kranken Kindern ist endlich vorbei.“
Krisen – große und kleine – hat jeder und diese, ehrlich, war klitzeklein.
Nicht die Krisen sind wichtig. Denn es werden im Leben immer irgendwelche Herausforderungen (Krankheiten, nervige Menschen, schwierige Chefs, stressige Arbeit, Probleme in der Partnerschaft) da sein, sondern, wie man mit ihnen umgeht.
Vor ein paar Tagen telefonierte ich mit einer Freundin und sie meinte, sie finde es schlimm, wie sich eine Freundin von ihr mit einem und demselben Problem, Unordnung, jahrelang beschäftigt und sich gar nicht nach vorne bewegt.
Für mich ist nur dies wichtig: Es geht nicht darum, dass man nie überfordert ist und nie etwas klären muss. Es geht nur darum, dass man sich entwickelt, wächst.
Ich hatte heute wirklich den Eindruck:
„Ok. Du hattest in dem Moment des Telefonats mit der Lehrerin den einen dummen Gedanken, aber insgesamt hast du das Abholen des Kindes gut organisiert, den ganzen Tag emotional viel besser bewältigt als je zuvor, als vor einem Monat, oder vor einem Jahr. Du hast dich nicht runterziehen lassen.“
Insgesamt war ich mit mir zufrieden. Es war ein sehr schöner Tag.
Diese Reflektion: „Ich stehe nicht an einem Platz. Ich entwickle mich weiter.“ Das ist super wichtig. Man hat ein gutes Gefühl, wenn man es sagen kann.
Es gibt tausende Wege als Mensch zu wachsen – indischen Gurus folgen, schlaue Bücher lesen, Kurse besuchen, mit Freundinnen sprechen, sich selbst Ziele setzen und sie verfolgen.
Es ist egal, welchen Weg man sich aussucht, aber man sollte so viele Wege probieren, wie es geht, damit man definitiv seinem Ziel, dem Leben seiner Träume, näher kommt und selbst immer stärker und glücklicher wird.