Verliert man sich als Mutter, ohne es zu merken?

Vor ungefähr einer Woche war ich mit ein paar Freundinnen spazieren. Wir sprachen über Gott und die Welt, so wie immer.

Irgendwann sagte ich ganz spontan zu Tina:

„Carla redet echt viel über ihre Kinder.“

Es ist mir einfach so rausgerutscht. Nicht negativ gemeint.

Tina antwortete:

„Kein Wunder. Sie hat ja nichts anderes.“

Das hat mich getroffen. Wir kennen uns alle seit vier Jahren. Wir schätzen Carla sehr. Sie ist fürsorglich, lieb. Sie hat ein großes Herz. Sie ist fröhlich und gesprächig. Aber sie redet oft über ihre Kinder.

Alle Mütter reden über ihre Kinder, und das ist gut so. Es ist schön, die Erfolge der Kinder zu teilen, zu besprechen, wer auf welche Schule geht, sich gemeinsam zu freuen, dass ein Kind wahnsinnig gern liest oder begeistert Fußball spielt.

Wir teilen unsere Sorgen, den Stress bei den Hausaufgaben, die Diskussionen über die „nervige“ Lehrerin, die das Kind nicht versteht, die Sorgen bei Krankheiten …

Wenn wir keine Freundinnen hätten, wären wir in dieser Welt verloren und unglücklich. Unglücklich verloren.

Und doch. Carla redet echt viel über ihre Kinder. Und fast nie über sich selbst.

Plötzlich musste ich an die vielen Mütter denken, die ich kenne. Freundinnen. Mütter meiner Schüler. Nachbarinnen. Ich dachte auch an mich früher.

Auch ich hatte Phasen, in denen ich „nur“ Mutter war. Was ja eigentlich schon unglaublich viel ist.

Und trotzdem fällt mir manchmal auf: Wenn ich andere Frauen frage:

„Wie geht es dir eigentlich?“

„Was machst du gerne?“

„Was macht dir Spaß?“

kommt oft keine richtige Antwort.

Ich finde das traurig.

Nicht weil Kinder unwichtig wären.

Sondern weil wir als Mütter manchmal vergessen, dass wir selbst auch noch Menschen sind.

Menschen mit:

• eigenen Gedanken,

• eigenen Träumen,

• eigenen Bedürfnissen.

Früher habe ich gedacht: Von einer fürsorglichen Mutter lernen Kinder, fürsorglich zu sein. Sie sehen ja ein Beispiel: einen Menschen, der für andere da ist.

Mittlerweile denke ich, dass das nicht immer stimmt. Manchmal lernen Kinder einfach nur: Ah, jemand ist für mich da – und das ist selbstverständlich.

Vielleicht übernehmen sie später selbst dieses Muster: Ich bin eine Mutter, also muss ich für andere da sein. Vielleicht reden sie nur über ihre Kinder. Oft. Immer.

Weißt du was? Eigentlich sind wir Freundinnen auch dazu da, um zu sagen:

„Carla, du erzählst echt viel über deine Kinder. Erzähl doch mal etwas über dich.“

Es gab nämlich in meinem Leben diese Zeit, in der mein Leben neben mir „vorbeilief“. Nicht absichtlich, sondern aus Überforderung. Ich konnte nicht anders. Ich hatte keine Zeit. Ich hatte keine Kraft. Es ging einfach nicht.

In dieser Zeit besuchte ich ziemlich viele Online-Kurse – von Selbstliebe bis zur Ayurveda.

Und tatsächlich habe ich viel gelernt. Nicht über bessere „Organisation des Alltags“, sondern darüber, wie man sich selbst stabil hält, auch wenn das tausendste „Mamaaa“ kommt.

Aus dieser Zeit entstand mein Kurs: Stärkere Mama im Alltag. Denn manchmal braucht man nur ein paar kleine Schritte, um sich viel besser zu fühlen.

Anna Hinderer
Mein Name ist Anna Hinderer. Ich bin Mama von zwei Söhnen, Seglerin, aber vor allem bin ich eine Traumjägerin.

Ich schreibe darüber, wie man genau das Leben gestaltet, das man sich schon immer gewünscht hat. Mehr in meinem gratis eBook "Endlich habe ich Zeit" und in meinem eBook "Die Herrin des alltäglichen Wahnsinns." Hier ist meine Geschichte>>
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