
An diesem Samstag habe ich bei Instagram ein Butterbrot mit Frühlingszwiebeln gepostet. Mein Frühstück. Um 12:52 Uhr.
Dazu schrieb ich:
Was habe ich bis jetzt gemacht?
Ich saß stundenlang da und dachte nach.
Was ist mir wichtig?
Welche Menschen gehören in mein Leben?
Worüber möchte ich schreiben?
Was möchte ich beruflich machen?
Danach musste ich natürlich schrecklich schnell aufräumen, Wäsche waschen, kochen und Klassenarbeiten korrigieren.
Ich hatte ja bereits furchtbar viel Zeit „verschwendet“.
Während ich durch die Wohnung flitzte und verknüllte Taschentücher einsammelte, schoss mir ein Gedanke durch den Kopf – fast verschämt und gleichzeitig grinsend:
Was denken wohl die anderen Mütter, die das bei Instagram lesen?

Eben.
Wie kann das sein?
So sieht doch ein normaler Samstagvormittag aus:
So habe ich jahrzehntelang gelebt.
Und plötzlich dachte ich:
Vielleicht ist das größte Problem von uns Müttern gar nicht, dass wir zu schlecht organisiert oder zu gestresst sind.
Vielleicht ist das Problem etwas ganz Anderes.
Wir sind zu kompetent.
Jeder verlässt sich auf uns.
Jeder vertraut darauf, dass wir es schaffen.

Und das Verrückte ist:
Wir schaffen es ja auch.
Oder?
Weil wir es vorgestern geschafft haben.
Gestern geschafft haben.
Heute geschafft haben.
Deshalb nimmt jeder an, dass wir es auch morgen, übermorgen und in zehn Jahren schaffen werden.
Klar.
Wir können es ja.
Den Preis sieht oft niemand.
Den sieht man nur selbst.
Ich kann nicht mehr.

Und am nächsten Morgen macht man trotzdem weiter.
Man schafft es wieder.
Und bestätigt damit den Kreislauf:
Sie schafft das ja.
Jede Münze hat zwei Seiten.
Die Mutter, die alles schafft.
Und die Welt, die sich darauf verlässt.
Natürlich haben auch Ehemänner, Großeltern, Lehrer und Kinder ihre eigenen Herausforderungen.
Nie hat jemand etwas Anderes behauptet.
Aber um diesen Kreislauf zu durchbrechen, reicht es oft nicht zu sagen:
Kannst du mir helfen?
Es ist gerade viel.
Die Kinder sind anstrengend.
Wer nur redet, bekommt zu hören: „Du jammerst viel.“
Reden allein verändert selten etwas.
Erst wenn Grenzen Konsequenzen haben, wird sichtbar, ob sie wirklich respektiert werden.

Jetzt mache ich Pause.
Nicht in ein paar Tagen.
Jetzt.
Und manches mache ich eben nicht.
Dann zeigt sich:
Oder liegt das Problem woanders?
Wie auch immer.
Jede Mutter, jede Frau und jeder Mensch brauchen manchmal ein paar Stunden am Wochenende, um sich zu fragen:
Wie fühle ich mich eigentlich?
Ist das mein Leben?
Wer sich nie die Zeit nimmt, – sorry, der hat vielleicht gar kein EIGENES Leben.
Vielleicht ist genau heute der richtige Zeitpunkt, den ersten Schritt zurück zu deinem eigenen Leben zu machen.
Nicht morgen.
Nicht wenn die Kinder größer sind.
Nicht wenn alles erledigt ist.
Sondern heute.
Wenn dich meine Gedanken begleiten und du Lust hast, weiterzulesen und Ideen für dein Leben zu sammeln, dann schau dich gerne um.
Vielleicht findest du dort genau das, was du gerade brauchst.